Selbstreflektion durch Schreiben

Spruch Selbstreflexion durch Schreiben

 

Mentale Stärke im stressigen Berufsalltag

Ich nahm vor ein paar Wochen an einem interessanten Training zu „Mentaler Stärke“ teil. Neue Impulse wurden mir in dieser Zeit vermittelt, aber auch Bekanntes aufgefrischt. Themen waren zum Beispiel die Identifikation der eigenen Antreiber, der Umgang mit den sogenannten Stressoren (stressauslösenden Faktoren) und die Schulung der Problemlösefähigkeit. Das waren für mich sehr viele gute Punkte, um vor allem im stressigen Berufsalltag etwas gelassener zu werden. Besonders spannend fand ich dabei den Hinweis, dass wir als Mensch vor einer Reaktion auf einen Stressor immer die Chance der Bewertung haben. Diese Bewertung entscheidet maßgeblich über unsere Reaktion. Oft bewerten wir eine Situation negativer als sie tatsächlich ist. Das kommt mir sehr bekannt vor.

Selbstreflexion durch Schreiben – Papier sticht Kopf

Alle Übungen hatten eines gemeinsam: Wir sollten alles aufschreiben. Denn erst durch das Aufschreiben zwingt man sich seine Gedanken zu ordnen oder sich selbst zu reflektieren. Indem ich drei Stresssituationen aufschrieb und meine (negativen) Bewertungen, konnte ich mir dieser erst richtig bewusst werden. Ich konnte mich selbst neutraler und tiefgründiger reflektieren. Etwas zu Papier zu bringen, hilft oft mehr, als es im Kopf durchzugehen. Klingt einleuchtend, und macht Sinn. Das muss man nur ab und zu wieder hören. Und mal wieder den Stift in die Hand nehmen.

 

 

 

 

„Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

Buch Einen Scheiß muss ich

Gelesen: „Einen Scheiß muss ich“ von Tommy Jaud

Als ich das Buch kaufte, war ich tatsächlich sehr aufgeregt. Die Vorfreude war groß, die Erwartungen auch. Das Buch sollte mir doch zeigen, wie ich gelassener werde. Die ersten Seiten habe ich verschlungen, dann wurde es etwas zäh. Dennoch fand ich das Buch klasse und habe viel gelacht. Ich denke, man darf nicht alle Tipps zu ernst nehmen. Aber genau das scheint auch beabsichtigt zu sein, wenn man die Nutzungsbedingungen zu Beginn liest. Die Tatsache allein, dass es Nutzungsbedingungen gibt, fand ich klasse. Es handelt sich definitiv im Unterhaltungslektüre, die die vielen Ratgeber, Besserwisser und Marketingtricks da draußen aufs Korn nimmt. Positiv überrascht war ich von gesellschaftsbezogenen Inhalten hinsichtlich „Political Correctness“, „FOMO“ und „Meinungsbildung“. Aktuelle Themen, die etwas weiter greifen als nur die Sorge um sich selbst.

Das hat man nun davon

Das Buch hat mich sehr inspiriert, schon allein mit dem Titel „Einen Scheiß muss ich“: Eine Forderung nach weniger „muss“ und mehr freiem Willen. Es hilft tatsächlich den Druck im Leben und besonders auch im Berufsleben etwas herauszunehmen. Es hilft genau diesen Druck, der durch Ratgeber, Freunde, Arbeitskollegen oder Gesellschaft erzeugt wird, für sich selbst zu bewerten. Viele Meinungen übernehme ich unbewusst ohne sie einmal zu spiegeln. Vor allem von Menschen in meiner Arbeitswelt.  Ich versuche nach dem Buch mit der Meinung anderer entspannter umzugehen. Das Buch ermutigt seinen eigenen Weg zu finden und sich selbst wieder etwas mehr zu vertrauen und zuzutrauen. Zudem hat es mich dazu gebracht einige Themen der Gesellschaft zu hinterfragen und -entgegen der Empfehlung im Buch- eine eigene Meinung dazu zu bilden. Definitiv lesenswert!

Wortwahl 2.0: Pflicht oder eigene Entscheidung

Spruch Wortwahl Pflicht

 

Vielen Aufgaben empfinden wir als Pflicht

Ich war in letzter Zeit sehr gestresst. Meine Tage empfand ich viel zu voll mit Dingen, die ich erledigen „musste“. Ich fühlte mich wie in einem Hamsterrad mit vielen Verpflichtungen, die mir keine Freude bringen. Selbst ein Abendessen mit Freunden empfand ich als Pflicht – ich muss mir ja eine Balance zum Beruf schaffen und so. Erkannt habe ich dieses Phänomen jedoch erst im Gespräch innerhalb der Familie. Man erzählte mir (mal wieder) wie viele Aktivitäten noch erledigt werden müssen, bevor man Zeit für spaßige Dinge hat. Ich fand das schlimm. Ich fing an darüber nachzudenken, warum ich das so negativ empfinde.

Kann die Wortwahl allein einen Einfluss haben?

Normalerweise würde man nun mit Tipps zur richtigen Priorisierung etc. kommen, aber ich sah keinen Weg die vielen Aufgaben in der Anzahl zu reduzieren. Ich fing an meine Einstellung zu reflektieren: Arbeite ich nicht, weil ich möchte oder darf? Koche oder putze ich nicht, weil ich möchte? Diese kleine Änderung in meiner (gedanklichen) Wortwahl bewirkt bei mir momentan Großes: Ich überlege mir, warum ich etwas tue und stelle fest, wie gut es mir geht. Damit empfinde ich viele vorherigen Pflichtaktivitäten als eigene Entscheidung und bin direkt zufriedener. Diese Art von Selbstbestimmung hat für mich einen großen Einfluss auf meine Zufriedenheit.

Jon Kabat-Zinn: Achtsamkeit als Glücksformel?

Achtsamkeit in einer digitalen Welt

Ich bin froh über dieses sehr aktuelle Interview vom SRF mit Jon Kabat-Zinn gestolpert zu sein – interessanterweise über das Intranet meines Arbeitgebers. Das Thema Mindfulness wird auch vermehrt in Unternehmen wie Twitter, Google oder Ford gefördert, Achtsamkeit als Glücksformel findet seinen Weg in die Unternehmenswelt. Das scheint mir eine spannende Thematik zu sein. Fakt ist, dass Kabat-Zinn auf dem World Economic Forum 2016 in Davos einen Vortrag gehalten hat. Im Interview scheint er jedoch nicht sehr begeistert davon zu sein, dass Achtsamkeit und Kapitalismus vermehrt aufeinander treffen. Unternehmen scheinen von der Förderung von Mindfulness weniger gestresste und damit produktivere Mitarbeiter zu erwarten.

Ich finde es klasse, wie Kabat-Zinn es schafft, die sehr alte Achtsamkeitstheorie mit der modernen, digitalen Welt in Bezug zu bringen, die uns täglich umgibt. Ich habe beruflich viel mit dem Thema Digitalisierung in der Wirtschaft zu tun und kann den ausgeführten Gedanken viel positives abgewinnen.

„Wir sind von einer analogen in eine digitale Welt geraten, wo wir vom digitalen derart aufgesaugt werden, dass wir vergessen, dass wir immer noch analoge Wesen sind.“

-Jon Kabat-Zinn

Mindfulness als Lösung aller Probleme?

Jon Kabat-Zinn setzt die Methodik somit nicht nur in Bezug zu mir als Individuum oder zu den benannten Unternehmen, sondern auch zur Gesellschaft und zur Umwelt. Könnte Mindfulness die Lösung für alle Probleme dieser Welt sein? Eine gewagte These – spannend diese Idee einmal zu verfolgen. So weit wollen wir aber jetzt nicht gehen. Ich beobachte lieber die schweren dunklen Gewitterwolken, die genau in diesem Moment draußen die Farben der Welt verändern (Mindful!). Und ein bisschen ärgere ich mich, dass ich nicht vor 15 Minuten das Büro verlassen habe. Wir wollen aber gelassen bleiben und somit akzeptiere ich die Situation :). Es lohnt sich auf jeden Fall, das Interview anzusehen/anzuhören. Man findet sehr aufschlussreiche Ideen über die Achtsamkeit als Glücksformel für sich selbst und für die Beziehung zu seiner Umgebung.

Quote: Nachdenken über unsere Geschwindigkeit

Quote Geschwindigkeit

 

Anregung zum Nachdenken über deine eigene Geschwindigkeit

  • Wie gehst du mit Geschwindigkeit im Alltag um?
  • Versuchst du ständig effizienter zu sein, mehr Aufgaben in weniger Zeit zu erledigen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bearbeiten?
  • Hast du für dich selbst das Gefühl in der richtigen Geschwindigkeit zu arbeiten und zu leben?
  • Fühlst du dich oft gestresst?