Urlaubszeit – schönste Zeit?!

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„Urlaubszeit“ – Quelle: ma vie 05/17

Urlaubszeit nutzen für „andere“ Dinge

Diesen tollen Satz habe ich in der aktuellen Ausgabe der „ma vie“ gefunden und er sprach mir direkt aus der Seele.
Seinen Job zu mögen und darin zu wachsen bedeutet nicht, dass man nicht gerne Urlaub macht. Oft wird die Vorfreude auf den Urlaub mit negativ bewerteten Aussagen verbunden, wie „Es wird aber auch Zeit“, „ich muss hier raus“, „ich bin wirklich urlaubsreif“. Warum oft so negativ?

Es geht meines Erachtens im Urlaub darum, sich mal wieder mit Dingen zu beschäftigen, für die man meist keine Zeit findet. „Ich freue mich mal wieder auf ein gutes Buch“ oder „Ich war noch nie in Irland“ sollten unseren Wortschatz im Rahmen der Urlaubsvorfreude prägen. In meinen zwei Wochen Sommerurlaub habe ich viel Zeit zum Lesen gehabt. Ich bin über viele interessante Blogs und Meinungen gestolpert, habe mich inspirieren lassen. Die freien Tage haben mich sehr glücklich gemacht, weil ich das Gefühl hatte wieder Neues im Leben entdeckt zu haben.

Der Drang nach Abwechslung

Der Mensch hat nur eine begrenzte Aufmerksamkeit, die in einer Arbeitswoche nicht auf alles gerichtet sein kann, für das man sich interessiert. Im Urlaub kann man mal wieder seine Aufmerksamkeit auf andere Themen richten. Und das ist meines Erachtens genau der Punkt von Urlaub: Das Leben bietet so viele Sachen. Es wäre schade, nicht einiges davon zu entdecken und zu erleben. Und so sehr wir Menschen auch als „Gewohnheitstier“ gelten, strebt es uns doch nach Abwechslung. Wir sagen oft „ich bin reif für eine Auszeit“-was wir im Grunde damit meinen, ist „ich bin reif für Abwechslung“. Oder? Für den einen reicht schon ein Ortswechsel; für den anderen ist es der Sport, der sonst auf der Strecke bleibt – Hauptsache wir tun etwas, was wir meistens nicht tun.

Sich auf den Urlaub zu freuen bedeutet also nicht zwingend, dass man unzufrieden mit seinem Leben oder seinem Job ist. Oft liegt es daran, dass der Drang nach Abwechslung in jedem von uns steckt und manchmal einfach stärker ist.

Wofür nutzt du deinen Urlaub?

Work-Life-Balance: Einmal Reflektieren bitte

Work-Life-Balance

 

Work-Life-Balance: Wieso ich die Trennung beider Wörter nicht gut finde

Fast kein Mensch kommt mehr vorbei an der Wortkontruktion „Work-Life-Balance“ – zu sehr hat sie sich in den Unternehmensjargon, in die Medien und unseren privaten Sprachgebrauch geschlichen. Dadurch wird die Arbeitswelt klar vom Leben getrennt – passt irgendwie auch in unsere Zeit, in welcher sich viele Menschen grundlegende Gedanken zum Leben und zur Arbeit machen. Doch wenn ich tiefer darüber nachdenke, kommen viele Fragen in mir hoch: Hat man nicht erst durch die Trennung dieser Worte das Gefühl, „Work“ ist der Fremdkörper im „Life“? Suggeriert das Wortspiel nicht, dass man während der Arbeit nicht lebt bzw. das Leben erst nach der Arbeitszeit beginnt? Ist die Kernaussage nicht: Nur in der Zeit in der du nicht arbeitest, lebst du tatsächlich?

Aufruf zum Reflektieren der eigenen Definition

Darf man diese Wortkonstruktion wirklich so ernst nehmen? Drückt sie doch im übertragenen Sinne aus, dass es da mehr im Leben gibt als Arbeit? Motiviert dieser Begriff uns nicht auch, Arbeits- und Privatleben in einen Einklang zu bringen? Dem ist natürlich zuzustimmen. Dennoch finde ich die Trennung grundsätzlich schade – liegt ihr ja definitiv die Trennung zwischen Arbeit und Leben zugrunde. Mir würde allgemein „Life-Balance“ besser gefallen – geht es doch schließlich darum alles wichtige im Leben im Einklang zu halten. Ich würde gern dazu aufrufen, einmal zu reflektieren, wie man selbst diese Trennung wahrnimmt. Ärgert man sich Sonntagabend schon, dass das „Leben“ schon wieder vorbei ist, weil es Montag wieder in die Arbeit geht? Freut man sich schon am Mittwoch auf Freitag, weil dann das richtige Leben wieder beginnt?

Ich versuche aktuell für mich selbst zu verinnerlichen, dass Arbeit ein wichtiger Teil meines Lebens ist – der Begriff hilft mir dafür leider nicht.