Work-Life-Balance: Einmal Reflektieren bitte

Work-Life-Balance

 

Work-Life-Balance: Wieso ich die Trennung beider Wörter nicht gut finde

Fast kein Mensch kommt mehr vorbei an der Wortkontruktion „Work-Life-Balance“ – zu sehr hat sie sich in den Unternehmensjargon, in die Medien und unseren privaten Sprachgebrauch geschlichen. Dadurch wird die Arbeitswelt klar vom Leben getrennt – passt irgendwie auch in unsere Zeit, in welcher sich viele Menschen grundlegende Gedanken zum Leben und zur Arbeit machen. Doch wenn ich tiefer darüber nachdenke, kommen viele Fragen in mir hoch: Hat man nicht erst durch die Trennung dieser Worte das Gefühl, „Work“ ist der Fremdkörper im „Life“? Suggeriert das Wortspiel nicht, dass man während der Arbeit nicht lebt bzw. das Leben erst nach der Arbeitszeit beginnt? Ist die Kernaussage nicht: Nur in der Zeit in der du nicht arbeitest, lebst du tatsächlich?

Aufruf zum Reflektieren der eigenen Definition

Darf man diese Wortkonstruktion wirklich so ernst nehmen? Drückt sie doch im übertragenen Sinne aus, dass es da mehr im Leben gibt als Arbeit? Motiviert dieser Begriff uns nicht auch, Arbeits- und Privatleben in einen Einklang zu bringen? Dem ist natürlich zuzustimmen. Dennoch finde ich die Trennung grundsätzlich schade – liegt ihr ja definitiv die Trennung zwischen Arbeit und Leben zugrunde. Mir würde allgemein „Life-Balance“ besser gefallen – geht es doch schließlich darum alles wichtige im Leben im Einklang zu halten. Ich würde gern dazu aufrufen, einmal zu reflektieren, wie man selbst diese Trennung wahrnimmt. Ärgert man sich Sonntagabend schon, dass das „Leben“ schon wieder vorbei ist, weil es Montag wieder in die Arbeit geht? Freut man sich schon am Mittwoch auf Freitag, weil dann das richtige Leben wieder beginnt?

Ich versuche aktuell für mich selbst zu verinnerlichen, dass Arbeit ein wichtiger Teil meines Lebens ist – der Begriff hilft mir dafür leider nicht.